„Ein Foto ist die augenblickliche Simulation einer scheinbaren Wirklichkeit.“ 

Seit etwa 2008 schwimme ich im Topf der Fotografie. Davor wusste ich nicht mal wie eine Fotokamera überhaupt funktioniert. Fotografie hatte mich vorher auch nie interessiert. Demnach also ein Augenzwinkern, wenn ich das von oben herab, und in ganzer Linie betrachte. Anfangs noch leicht belächelt, aber schnell zum geliebten Hobby gedrängt. Die Fotografie, sie war einfach plötzlich da. Fotografieren ist für mich wie Sprechen. Während unsere Sprache aus dem Wortschatz der Grammatik und dessen Reihenfolge besteht, besteht Fotografie wohl aus dem Wechselspiel von Licht, Farbenspiel, Gestik, Ästhetik und die Kunst eine Harmonie daraus zu erschaffen. Gute Fotos treffen Herzen, haben Tiefgang, erzählen Geschichten und regen zum Nachdenken an, oder sind einfach nur schön. Was davon nun wirklich zutrifft, ist auch nicht wichtig. Genug Gründe für mich, dieses großartige Hobby zu haben.

„Wenn es etwas gibt, wofür zu leben sich lohnt, dann ist es die Betrachtung des Schönen.“

In der Fotografie gibt es aus meiner Sicht weder eine Schablone, die ich auf ein gutes oder schlechtes Foto legen kann, noch eine Messlatte, die ich anlegen muss. Licht, Schatten, Linien, Verläufe, Kontraste, Blende, Verschlusszeit, ISO, alles das gilt es in den unendlichen Konstellationen zu kombinieren. So oft höre ich das weniger mehr sein soll, aber weniger ist manchmal aber auch noch weniger als es schon ist. Dennoch gilt nicht selten das Fotokunst vielleicht doch die Kunst des Weglassens ist. Und genau das macht die ganze Sache so verführerisch und spannend zugleich. So unendlich spannend, da so unendlich vielfältig.

„Eine Fotografie packt mich, wenn ich ihre Logik nicht verstehe.“

Ein gutes Foto muss erst mal gar nichts, außer dem Betrachter dazu bewegen es anzusehen. Dabei ist es völlig belanglos wie groß oder klein denn nun die Geschichte ist, welche genau dieses Foto erzählen will, muss, soll oder kann. Zwänge haben für mich in der Fotografie keinen Platz, und mir scheint viele Menschen hinter einer Kamera haben diese Zwänge. Wenn du also der Meinung bist, das genau dein Foto eine Geschichte erzählen muss, dann hast du bereits deinen ersten selbst auferlegten Zwang.

„Die erste Tugend eines Bildes ist es, ein Fest für das Auge zu sein.“